Verband
Deutscher Schulgeographen e. V.
Verband für geographische Bildung und Umwelterziehung in
Deutschland
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Empfehlungen zur Optimierung der Lehrerausbildung
im Fach Geographie
"Nürnberger Erklärung zur Lehrerausbildung"
Auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGFG) und ihrer Teilverbände HGD und VDSG trafen sich am 7. und 8. März 1997 Fachwissenschaftler und Fachdidaktiker der 1. Phase der Lehrerbildung mit Vertretern aus der 2. Phase der Lehrerbildung aller Schularten aus dem gesamten Bundesgebiet zu einer Konferenz über die Lehrarntsausbildung im Fach Geographie in Nümberg. Ziel der Konferenz war es, Vorschläge zur Verbesserung der Lehramtsausbildung zu ereiten. Eine zentrale Rolle spielte dabei die bislang unzureichende Abstimmung zwischen der 1. und 2. Phase der Lehrerausbildung.
Die Teilnehmer/-innen der Konferenz beschlossen, die Optimierungsvorschläge in
folgende
Bereiche zu gliedem:
3. Kooperation zwischen Seminarausbildung / Schule und Hochschule.
1. Fachwissenschaft
In einer Einführungsveranstaltung zu Beginn des Studiums sollen den Studierenden
Gegenstand und (Forschungs)fragestellungen der Geographie verdeutlicht werden.
Für die Lehramtsstudierenden sollen fachwissenschaftliche Grundlagenveranstaltungen
der Allgemeinen Geographie verpflichtend angeboten werden.
Regelmäßige gemeinsame Veranstaltungen von Anthropo- und Physiogeographie sind
anzustreben. Das Fach Geographie sollte sich verstärkt als Einheit präsentieren.
Die Auswahl regionalgeographischer Themen sollte an den geltenden Lehrplänen orientiert
sein. Dabei sind Regionen unterschiedlichen Maßstabs und unterschiedlichen
Entwicklungsstandes auszuwählen.
Aufgrund der hohen gesellschaftlichen Bedeutung und der fachspezifischen Ausrichtung der
Geographie sollten Umweltthemen und interkulturelle Themen verstärkt behandelt werden.
Die Lehramtsstudierenden sollten mit neuen Technologien (z.B. Fernerkundung, GIS) vertraut
gemacht werden.
Interdisziplinäre Veranstaltungen sind unverzichtbar wichtig, um fachübergreifend
vernetztes Denken und multiperspektivisches Lernen zu ermöglichen.
Andere Geowissenschaften sollten, falls am Standort vorhanden, gebeten werden,
unterstützende Veranstaltungen anzubieten.
In Anlehnung an die Erkenntnisse der Hochschuldidaktik sollten neben die Veranstaltungstypen "Vorlesung" und "Referateseminar" verstärkt solche Veranstaltungen treten, in denen fachspezifische Arbeitsweisen sowie innovative Methoden wie Gruppenarbeit, Rollenspiel und Projekt praktiziert werden.
2. Fachdidaktik
Die fachdidaktischen Veranstaltungen dürfen nicht auf eine reine Methodenlehre reduziert
werden. Theoretische Grundkenntnisse über fachdidaktische Konzepte und Modelle sowie eine
reflektierte Analyse der Voraussetzungen, Entscheidungs- und Handlungsfelder von
Unterricht sind ebenso zu vermitteln wie praxisorientierte Methodenkompetenz.
Den Studierenden sind Einblicke in die fachdidaktische Forschung zu vermitteln.
Die Veranstaltungen sollen weitgehend praxisbezogen sein und sich auch an den
Voraussetzungen und Bedürfnissen der heutigen Schüler und Schülerinnen orientieren.
Eine Betreuung der fachdidaktischen Schulpraktika vor Ort ist unverzichtbar.
Nach Möglichkeit sollen schularten- und schulstufenspezifische Veranstaltungen angeboten
werden.
Umwelterziehung und interkulturelle Erziehung müssen innerhalb der fachdidaktischen
Ausbildung einen besonderen Stellenwert erhalten.
In Hinblick auf die Bedeutung von Schülerexkursionen sind fachdidaktische Exkursionen
durchzuführen.
Zwischen Allgemeiner Didaktik, Pädagogik, Psychologie und Fachdidaktik muß eine
stärkere Absprache verwirklicht werden.
3. Kooperationen
Fachdidaktik, Fachwissenschaft und Seminarausbildung sollten in einen
Gedankenaustausch über Lehrplaninhalte, aktuelle schulische Entwicklungen,
fachwissenschaftliche und fachdidaktische Forschungsergebnisse treten.
Fachwissenschaft und Fachdidaktik sollten im Rahmen der Lehrerfortbildung gemeinsame
Veranstaltungen zu aktuellen schulrelevanten Themen und neuen Technologien anbieten.
Seminarausbildung und Fachdidaktik sollten in einen regelmäßigen Austausch über das
fachdidaktische Curriculum der 1. und 2. Phase treten.
Schule und Seminarausbildung sollten der Universität ein feedback geben und
Dozenten/-innen und Studierende zu gemeinsamen Projekten. einladen.
C. Ausblick / Visionen
Auf der Grundlage dieser Empfehlungen sollen auf regionaler Ebene
Kommunikationsforen eingerichtet werden, in denen Fachwissenschaftler, Fachdidaktiker und
Vertreter der Seminarausbildung sowie der Schule sich gemeinsam um eine Optimierung der
Lehrer ausbildung bemühen.
Seminarlehrer Dierk Behrmann, Prof. Dr. W.D. Blümel, Rektor Gottfried
Bräuer, Prof. Dr. Toni Breuer, OStD Dr. Ambros Brucker, AOR Dr. Hans-Joachim Büchner,
Seminarlehrer Ulrich Eckert, Prof. Dr. Wilfried Endlicher, Prof. Dr. Klaus Friedrich,
Stud. Vertreterin Pamela Ginkel, Seminarlehrer Freider Glanz, Prof. Dr. Günter Heinritz,
Prof. Dr. Ingird Hemmer, wiss. Ass. Dr. Michael Hemmer, Prof. Dr. Horst Kopp, Prof. Dr.
Eberhard Kross, Porf. Dr. Herbert Popp, Prof. Dr. Notburga Protze, StD Dr. Dieter Richter,
Prof. Dr. Helmut Rupperrt, StD Dr. Eberhard Schallhorn, Prof. Dr. W. Schenk, Prof. Dr.
Helmut Schrettenbrunner, Prof. Dr. H.-D. Schultz, Seminarlehrer Dr. Hartmut Schulze, Prof.
Dr. Jörg Stadelbauer, Prof. Dr. Diether Stonjek, Prof. Dr. Günter Thieme, Seminarleiter
Erich A. Wagner.
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