Verband Deutscher Schulgeographen e. V.
Verband für geographische Bildung und Umwelterziehung in Deutschland
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Empfehlungen zur Optimierung der Lehrerausbildung
im Fach Geographie

"Nürnberger Erklärung zur Lehrerausbildung"

Auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGFG) und ihrer Teilverbände HGD und VDSG trafen sich am 7. und 8. März 1997 Fachwissenschaftler und Fachdidaktiker der 1. Phase der Lehrerbildung mit Vertretern aus der 2. Phase der Lehrerbildung aller Schularten aus dem gesamten Bundesgebiet zu einer Konferenz über die Lehrarntsausbildung im Fach Geographie in Nümberg. Ziel der Konferenz war es, Vorschläge zur Verbesserung der Lehramtsausbildung zu ereiten. Eine zentrale Rolle spielte dabei die bislang unzureichende Abstimmung zwischen der 1. und 2. Phase der Lehrerausbildung.

A. Ausgangssituation und Defizite
Bei gegenwärtig ca. 45.500 Studierenden im Fach Geographie (1993) entfallen ca. 15.200 auf den Diplomstudiengang und 14.800 auf Lehramtsstudeingänge mit Geographie als Hauptfach (vgl. Heinritz / Wießner 1994, S. 60-67). Dazu kommen ca. 3.000 Magister-Studierende und 12.500 Studierende mit dem Nebenfach Geographie. Von letztgenannten dürfte ein Großteil den Lehramtsstudiengängen zuzuordnen sein. Trotz dieser Zahlenverhältnisse orientiert sich die Lehre an vielen Hochschulen zunehmend am Diplomstudiengang.

Von den Vertretern der 2. Phase der Lehrerausbildung wurden vor allem folgende Defizite benannt:

B. Empfehlungen

Die Teilnehmer/-innen der Konferenz beschlossen, die Optimierungsvorschläge in folgende
Bereiche zu gliedem:
  
             1. Fachwissenschaft,
                2. Fachdidaktik an der Universität (1. Phase) und

Für die Lehramtsstudierenden sollen fachwissenschaftliche Grundlagenveranstaltungen der Allgemeinen Geographie verpflichtend angeboten werden.
Regelmäßige gemeinsame Veranstaltungen von Anthropo- und Physiogeographie sind anzustreben. Das Fach Geographie sollte sich verstärkt als Einheit präsentieren.
Die Auswahl regionalgeographischer Themen sollte an den geltenden Lehrplänen orientiert sein. Dabei sind Regionen unterschiedlichen Maßstabs und unterschiedlichen Entwicklungsstandes auszuwählen.
Aufgrund der hohen gesellschaftlichen Bedeutung und der fachspezifischen Ausrichtung der Geographie sollten Umweltthemen und interkulturelle Themen verstärkt behandelt werden.
Die Lehramtsstudierenden sollten mit neuen Technologien (z.B. Fernerkundung, GIS) vertraut gemacht werden.
Interdisziplinäre Veranstaltungen sind unverzichtbar wichtig, um fachübergreifend vernetztes Denken und multiperspektivisches Lernen zu ermöglichen.
Andere Geowissenschaften sollten, falls am Standort vorhanden, gebeten werden, unterstützende Veranstaltungen anzubieten.

In Anlehnung an die Erkenntnisse der Hochschuldidaktik sollten neben die Veranstaltungstypen "Vorlesung" und "Referateseminar" verstärkt solche Veranstaltungen treten, in denen fachspezifische Arbeitsweisen sowie innovative Methoden wie Gruppenarbeit, Rollenspiel und Projekt praktiziert werden.

C. Ausblick / Visionen
Auf der Grundlage dieser Empfehlungen sollen auf regionaler Ebene Kommunikationsforen eingerichtet werden, in denen Fachwissenschaftler, Fachdidaktiker und Vertreter der Seminarausbildung sowie der Schule sich gemeinsam um eine Optimierung der Lehrer ausbildung bemühen.

Seminarlehrer Dierk Behrmann, Prof. Dr. W.D. Blümel, Rektor Gottfried Bräuer, Prof. Dr. Toni Breuer, OStD Dr. Ambros Brucker, AOR Dr. Hans-Joachim Büchner, Seminarlehrer Ulrich Eckert, Prof. Dr. Wilfried Endlicher, Prof. Dr. Klaus Friedrich, Stud. Vertreterin Pamela Ginkel, Seminarlehrer Freider Glanz, Prof. Dr. Günter Heinritz, Prof. Dr. Ingird Hemmer, wiss. Ass. Dr. Michael Hemmer, Prof. Dr. Horst Kopp, Prof. Dr. Eberhard Kross, Porf. Dr. Herbert Popp, Prof. Dr. Notburga Protze, StD Dr. Dieter Richter, Prof. Dr. Helmut Rupperrt, StD Dr. Eberhard Schallhorn, Prof. Dr. W. Schenk, Prof. Dr. Helmut Schrettenbrunner, Prof. Dr. H.-D. Schultz, Seminarlehrer Dr. Hartmut Schulze, Prof. Dr. Jörg Stadelbauer, Prof. Dr. Diether Stonjek, Prof. Dr. Günter Thieme, Seminarleiter Erich A. Wagner.

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