Verband Deutscher Schulgeographen e.V.

1. Vorsitzender

Dr. Eberhard Schallhorn

Breslauer Straße 34  75015 Bretten Tel. 07252 957336 Fax +957337 

schallhorn@erdkunde.com

http://www.erdkunde.com

 

Bretten, 6. August 2001

 

 

Pressemitteilung zu Schavans Forderungen zu einer neuen Oberstufe

 

Zu Pressemeldungen, nach denen die Präsidentin der Kultusministerkonferenz eine erneute Oberstufenreform mit sieben bis zum Abitur verbindlichen Fächern fordert, und zwar neben Deutsch und Mathematik zwei Naturwissenschaften, zwei Fremdsprachen und Geschichte

 

teilt der Verband Deutscher Schulgeographen e.V. mit:

 

Entgegen

 

·         den Äußerungen nicht nur aus ihrem eigenen Ministerium zur notwendigen Stärkung der geowissenschaftlichen und geographischen Bildung,

·         den Forderungen der deutschen Wirtschaft nach Verstärkung der wirtschaftlichen Bildung,

·         der notwendigen Verstärkung politischer Bildung

 

fordert Frau Schavan erneut nicht die Verbindlichkeit des Faches Geographie.

 

Die moderne Geographie unterrichtet die Schülerinnen und Schüler über die natürlichen und  sozioökonomischen Gegebenheiten nicht nur im lokalen und regionalen Umfeld, sondern auch in der globalen Dimension. Inhalte wie Orientierung auf der Erde, Plattentektonik und Vulkanismus, Klima und Böden, Wirtschaft und Raumentwicklung sind wesentliche Aspekte allgemeiner Bildung und Inhalte des Geographieunterrichts. Geschichte vollzieht sich im Raum.

 

Mit mindestens gleich großer Berechtigung wie über Hannibal, Kaiser Wilhelm und Hitler müssen die Schülerinnen und Schüler über die heutigen Gegebenheiten und Notwendigkeiten des Lebens sowie auf ihrer Grundlage über die möglichen Chancen des wirtschaftenden Menschen in seinem Umfeld heute unterrichtet werden. Kenntnisse über die regionalen und globalen wirtschaftlichen Gegebenheiten und Verflechtungen des Heimatraumes vermittelt der Geographieunterricht in der Schule. Teilnahme am politischen Geschehen nicht nur der eigenen Kommune setzt Kenntnisse über die räumlichen Gegebenheiten voraus; politisches Handeln beeinflusst die Wirtschaft und verändert den Raum. Der Geographieunterricht richtet die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler auf diese Veränderungen und weckt damit ihr politisches Interesse.

 

Nach Jahrzehnten der Ausdünnung des Schulfaches Geographie / Erdkunde - gerade auch im Bundesland Baden-Württemberg - ist es zur Stärkung interdisziplinärer Methodik sowie allgemeiner und politischer Bildung unverzichtbar, das Fach in den Schulen wieder zu stärken.  

 

Presseerklärung der DGfG zum gleichen Thema
Presseartikel dazu

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