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Verband Deutscher Schulgeographen e.V. zur Weiterentwicklung der gymnasialen Oberstufe Die drei Fachverbände der Fächer Erdkunde/Geographie, Geschichte und Sozialkunde/Gemeinschaftskunde/Politik haben sich in der Frage der Weiterentwicklung der gymnasialen Oberstufe für die Beratungen der Kultusministerinnen und Kultusminister (Klausurtagung "Loccum 4") auf folgende Empfehlung geeinigt: Historische, politische und geographische Orientierung sind und bleiben notwendige Elemente der Studierfähigkeit.Dies erfordert die Erhaltung des Gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeldes in der gymnasialen Oberstufe, das besonders die Prinzipien fächerübergreifenden Lernens und die Vernetzung von Inhalten und Methoden verwirklichen konnte und kann. Zur Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen und zur Förderung der Studierfähigkeit ist es unabdingbar, dass den Schülerinnen und Schülern die bisherigen Wahlmöglichkeiten in Grund- und Leistungskursen erhalten bleiben. Unabdingbar ist es auch, dass ein Fach aus dem Gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld Pflichtfach in der Abiturprüfung bleibt. Schule hat die Aufgabe, Schülerinnen und Schülern zu helfen, ihre Orientierung in bezug auf die Wirklichkeit zu gewinnen und damit die Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu fördern. Die Wirklichkeit der menschlichen Lebensverhältnisse ist der Gegenstand der drei Fächer: Zeit, Raum und polis - letztes im Sinne der Gesamtheit des Gemeinwesens. Nur durch die Gesamtschau der drei Fächer kommt die Sicht auf die menschliche Wirklichkeit zustande; nur durch ihr Zusammenwirken vermitteln sie den je spezifischen Blick auf die Welt. Eine angemessene Sicht der komplexen Wirklichkeit gewinnen Schülerinnen und Schüler durch alle drei Fächer gemeinsam, denn Raum kann nicht ohne Zeit wahrgenommen werden, Polis nicht ohne Raum und Zeit; Zeit, Raum und Polis aber konstituieren Lebenswirklichkeiten. Das Fachprinzip ist im Falle der Fächer Geschichte, Erdkunde/Geographie, Sozialkunde/Gemeinschaftskunde/Politik notwendig, weil jedes der Fächer eine notwendige Perspektive auf menschliche Wirklichkeit hat und über ein dafür geeignetes methodologisches Konzept verfügt. Es ist aber zugleich nicht hinreichend, weil die Komplexität der zu vermittelnden Fähigkeiten und Kenntnisse einen differenzierten und zugleich integrierenden Zugriff auf die Wirklichkeit verlangt. Dies bedeutet, dass die Fächer aufeinander angewiesen sind, da sie sonst die Wirklichkeit nicht mehr vermitteln. Sie müssen füreinander offen sein, Überschneidungen der Perspektiven zulassen. Das grundsätzliche Bestreben, dem Schüler ein komplexes Bild der Wirklichkeit aus verschiedenen Perspektiven zu ermöglichen, ist konstituierend für politische Bildung. Politische Bildung, wie sie die drei Fächer vermitteln, ist kein Bildungsinhalt wie alle anderen auch. Diese Fächer sind in besonderer Weise dazu bestimmt, die Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf ihre künftigen Aufgaben und Entfaltungsmöglichkeiten als Bürgerinnen und Bürger in einer demokratisch verfassen Gesellschaft zu entwickeln. Und damit ist politische Bildung zentrale Aufgabe des Staates, der sich dieser durch entsprechende Ausstattung der Fächer zu stellen hat. Erdkunde / Geographie Intention geographischer Bildung und Umwelterziehung sind vor allem:
Geographen stellen folgende Fragen:
Erdkunde / Geographie erschließt die Kategorie Raum als Wirklichkeit der menschlichen Lebensverhältnisse unter ganzheitlichen Betrachtungsweisen und vernetzender Zugriffe
Horizonte. Inhaltliche Grundlagen des Geographieunterrichts sind
Vernetzende Verfahren im Geographieunterricht sind
Erdkunde/Geographie erschließt die Kategorie Raum als Wirklichkeit der menschlichen Lebensverhältnisse in unterschiedlichen Dimensionen, nämlich
Erdkunde/Geographie erschließt die Kategorie Raum als Wirklichkeit der menschlichen Lebensverhältnisse durch thematische Akzentuierungen wie
Wertevermittlung und Handlungsorientierung sind übergeordnete Ziele geographischer Bildung und Umwelterziehung. Sie beïnhalten eine Verantwortungsethik der Bewahrung der Erde, Zukunftsfähigkeit sowie territoriale Identität. Geschichte Geschichte ist der Dialog von Vergangenheit und Gegenwart im Hinblick auf die Zukunft (Carr). Unterrichtung in Geschichte verfolgt das Ziel,
Geschichtsunterricht geht von der Analyse gegenwärtiger Probleme und Phänomene sowie von Zukunftserwartungen aus und reflektiert sie anhand historischer Erfahrungen. (Der Frage Wo? Liegt immer die Frage nach dem Wohin? zugrunde, und beides provoziert die Frage nach dem Woher?) Voraussetzung für den sachgerechten Umgang mit der Geschichte ist die Anerkennung der Eigenständigkeit vergangener Epochen im Hinblick auf deren Mentalitäten und Sinngebungen. Die Methode, die Fragestellungen der Gegenwart aus der Perspektive der Vergangenheit zu sehen, macht eine Erfahrung notwendig, die das Andersartige der Vergangenheit zu verstehen sucht. Der Zugang zu Vergangenheit ist die Erfahrung; der Rückweg aus der Vergangenheit ist die Deutung; der Blick in die Zukunft erfordert die Orientierung. Methodisch erarbeitete historische Erfahrungen relativieren die eigene Position, können sie aber zugleich stärken; sie mobilisieren das alternative Denken und Urteilen und machen für das Zukunftshandeln fähig. Gleichzeitig versetzen sie den Menschen in die Lage, an der öffentlichen Diskussion geschichtsgeleiteter Gegenwartserklärungen und Zukunftsentwürfe teilzunehmen. Inhaltlich gesehen geht es im Geschichtsunterricht um
Umgang mit der Geschichte erfordert eine fachspezifische Methodik, deren Anwendung auch pädagogisch höchst erwünschte Ziele verwirklichen kann:
Politische Bildung (in den
Fächern Sozialkunde / Gemeinschaftskunde / Politik / Gesellschaftswissenschaften) Dazu vermittelt Politische Bildung in diesen Fächern Kenntnisse, Einsichten, Methodenkompetenz und den Aufbau sowie die Vertiefung demokratischer Werte. Dies umfasst unter anderem Kenntnisse über
Politische Bildung vermittelt Einsichten in komplexe Zusammenhänge, die sich gründen auf das Wissen um Institutionen und Prozesse der Demokratie, auf das Verständnis für Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik sowie der internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Die Schüler erlernen in diesem Fach Methoden zur Erschließung der politisch-gesellschaftlichen Wirklichkeit. Politische Bildung (in den Fächern Sozialkunde / Gemeinschaftskunde / Politik / Gesellschaftswissenschaften) ist zentrales Fach in einer Erziehung zur Demokratie. Sie leistet wichtige Beiträge auf dem Weg zur Entwicklung der Schule als "polis in der polis" (von Hentig). Das Fach vermittelt die Fähigkeit, politische Sachverhalte zu analysieren und zu beurteilen: Es erzieht zu kritischer Loyalität gegenüber den Wertgrundhaltungen des Staatswesens. Dabei strebt Politische Bildung in diesen Fächern
an.
Politische Bildung bahnt demokratische Handlungsfähigkeit und Handlungsbereitschaft an.
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