Veranstaltungen 9. Landesschulgeographentag in Traunstein

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Beschreibungen der Veranstaltungen

Fr1a bzw. Fr1b: Freies Arbeiten im Erdkunde-Unterricht

"Ich suche eine Methode, bei der der Lehrer weniger lehrt und der Schüler mehr lernt." (J.A. Comenius, 1592-1670).

Ausgehend von einer kritischen Reflexion heutigen Gymnasialunterrichtes und der allenthalben an das Gymnasium gerichteten Forderungen (Stichwort: Schlüsselqualifikationen) gibt die Veranstaltung Impulse zur schülerzentrierten Unterrichtsgestaltung unter Berücksichtigung der Ziele und Rahmenbedingungen des Gymnasiums und der Realschule. Die Teilnehmer sollen zum "Einstieg" ermuntert und durch Beispiele aus der Unterrichtspraxis der Referenten (Lernkarteien, Lernzirkel, materialgeleitete Freiarbeit) befähigt und ermutigt werden, die eigentliche Arbeit im Klassenzimmer mehr vom Lehrer zum Schüler hin zu verlagern, wodurch beide Seiten der Schule mehr Freude abgewinnen können.

Die Veranstaltung wendet sich insbesondere an interessierte "Neulinge" auf dem Gebiet des Freien Arbeitens. Kollegen, die schon erste Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt haben, sind selbstverständlich ebenso willkommen.

Leitung: Jochen Fuhr, Hertzhaimer-Gymnasium Trostberg

Zeit: Freitag, (a) ca. 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr und (b) ca. 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr (jeweils gleicher Kurs!).

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Fr2: Lernzirkel im Erdkunde-Unterricht

Die Teilnehmer sollen sich aktiv an der Durchführung dieses Workshops beteiligen. Zu Beginn wird eine kurze Einführung in Theorie und Aufbau eines Lernzirkels gegeben. Auch über bereits gewonnene Erfahrungen wird berichtet. Im Anschluss daran sollen die Teilnehmer einen Lernzirkel kennenlernen und selbst durchführen. Den wichtigsten Teil stellt der Abschluss des Workshops dar. Hier sollen Stärken und Schwächen des gebotenen Lernzirkels diskutiert und vor allem Verbesserungsmöglichkeiten ausgearbeitet werden. Alle Teilnehmer sind eingeladen, eigene Erfahrungen einzubringen und auch eigenes Material vorzustellen.

Leitung: Waldemar Schmitt-Koytek, München

Zeit: Freitag 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr (nur eine Veranstaltung!)

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Fr3: Die schriftliche Hausaufgabe im Erdkunde-Unterricht

Warum stellen wird schriftliche Hausaufgaben? Welche Ziele verfolgen wir damit? In dem Referat geht es nicht um die formalrechtlichen Aspekte der Hausaufgaben, sondern um die Notwendigkeit und den Sinn von schriftlichen Hausaufgaben. Dabei werden unterschiedliche Möglichkeiten vorgestellt, die Künstlichkeit schulischen Lernens zu durchbrechen, Lebenssituationen aufzugreifen und Anreize für die Beschäftigung mit dem Schulfach Erdkunde zu schaffen.

Leitung: Dr. Ambros Brucker, München

Zeit: Freitag 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr (nur eine Veranstaltung!)

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Fr4a bzw. Fr4b: Arbeiten mit Software im Erdkunde-Unterricht

In dieser Veranstaltung werden verschiedene Typen von Software vorgestellt: Trainingsspiele, Planspiele, Simulationen, Multimediaprogramme. Die einzelnen Typen erfordern auch unterschiedliches methodisches Vorgehen im Unterricht. An einigen Beispielen wird aufgezeigt, welche Lern- und Behaltenseffekte bei Schülern gemessen wurden, welche Schwierigkeitseinstufungen von Schülern getroffen wurden und wie diese mit methodischen Präferenzen der Schüler zusammenhängen.

Besondere Hinweise: Veranstaltungsort ist ein Computerraum der Mädchen-Realschule Sparz, ca. 15 Min. vom Stadtzentrum.

Leitung: Prof. Dr. Helmut Schrettenbrunner, Universität Erlangen-Nürnberg

Zeit: Freitag, (a) ca. 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr und (b) ca. 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr (jeweils gleicher Kurs!).

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Fr5a bzw. Fr5b: GIS macht Schule

Geographische Informationssysteme (GIS) bilden heute weltweit eine wesentliche Arbeitsgrundlage vieler raumbezogener Untersuchungen. In einem GIS werden geographische Daten von einer Datenbank gespeichert und können auf vielfältigste Weise in thematischen Karten dargestellt, abgefragt und analysiert werden. Mit Hilfe dieser computerbasierten Werkzeuge können dabei Antworten auf verschiedenste raumbezogene Fragen gefunden werden.

Aufbauend auf den Erfahrungen, die in zwei Pilotprojekten gewonnen wurden, Strukturanalyse Buttenwiesen (Gymnasium Wertingen) und Radwege-Info (Bonaventrua-Gymnasium Dillingen), erarbeitete eine Redaktionsgruppe, die aus einem Lehrgang der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung hervorgegangen ist, Beispiele, die die Möglichkeiten des Einsatzes von GIS in den verschiedenen Schularten in unterschiedlichen Jahrgangsstufen aufzeigen sollen. Zum Einsatz kam dabei das Programm ArcView der Firma ESRI in Kranzberg, die die Projekte unterstützt und begleitet.

In der Veranstaltung erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, anhand der erarbeiteten Materialien mit Mitgliedern des Redaktionsteams schulische Einsatzmöglichkeiten von GIS zu erörtern.

Besondere Hinweise: Veranstaltungsort ist ein Computerraum der Mädchen-Realschule Sparz, ca. 15 Min. vom Stadtzentrum.

Leitung: Heribert Schorm, Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung, Dillingen

Zeit: Freitag, (a) ca. 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr und (b) ca. 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr (jeweils gleicher Kurs!).

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Fr6a bzw. Fr6b: Satellitenbildauswertung für den Geographie-Unterricht

Diese Übung ist eine Einführung in einfache Verfahren der Handhabung und visuellen Aufbereitung von Satellitendaten. Ziel ist, aus Bilddaten thematische Aussagen abzuleiten. Dies geschieht (z.T. unbewusst) einerseits durch Interpretation durch den Bearbeiter, aber auch durch statistische Verfahren der multivariaten Klassifikation. Mit Hilfe dieser Verfahren, die in dieser Übung nur kurz diskutiert werden können, ist es möglich, Bildinformation nicht nur anzusprechen und zu beschreiben, sondern in diskrete Kategorien von Oberflächenphänomenen oder –eigenschaften zu extrahieren. Die Ergebnisse können anschließend mit anderen Daten zu weiteren Analysen kombiniert werden. Mit erläuternden Erklärungen werden verschiedene Arten von Satellitendaten (digitale Daten von Scannern) und Satellitenbildern (z.B. russische Bilder und von bemannten Weltraummissionen) vorgestellt.

Besondere Hinweise: Veranstaltungsort ist ein Computerraum der Mädchen-Realschule Sparz, ca. 15 Min. vom Stadtzentrum.

Leitung: Dr. Thomas Blaschke, Geographisches Institut der Universität Salzburg

Zeit: Freitag, (a) ca. 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr und (b) ca. 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr (jeweils gleicher Kurs!).

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Fr7a bzw. Fr7b: Arbeitskreis Internet im Erdkunde-Unterricht

Der AK Internet ist eine Arbeitsgemeinschaft von 10 Schülern aus der 10. Klasse, die sich regelmäßig einmal pro Woche treffen. Ziel ist, die Fähigkeiten im Umgang mit dem Internet zu schulen und zu erweitern. Da es am sinnvollsten ist, im und mit dem Internet anhand von gezielten Aufgabenstellungen zu arbeiten, haben wir uns zu einem internationalen Internet-Projekt verschiedener Schulen entschlossen.

Das Space Flight Project wurde von der East Hills School im amerikanischen Bundesstaat New York angeboten und organisiert, wobei die insgesamt 80 Teilnehmer anhand schriftlicher Bewerbungen über das Internet ausgewählt wurden. Ziel des Projektes war, dass sich die Schüler auf der Grundlage von zur Verfügung gestellten Informationsmaterialien in die Themenbereiche Aerodynamik sowie Luft- und Raumfahrt einarbeiten, hierzu kleine Experimente zur Veranschaulichung durchführen und schließlich ein US-Space-Shuttle-Modell bauen, um mit diesem eine Reihe von Testflügen zu absolvieren. Zudem wurden die Schüler noch aufgefordert, auftretende Fragen zur Recherche bzw. zu einzelnen Experimenten an Experten der NASA zu schicken, die im Gegenzug herausfordernde Aufgabenstellungen an die Schüler verteilten. Während des gesamten Projektlaufs standen stets Kommunikation und Erfahrungsaustausch mit anderen Teilnehmern im Vordergrund.

Leitung: Susanne Würdig, Chiemgau-Gymnasium Traunstein

Zeit: Freitag, (a) ca. 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr und (b) ca. 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr (jeweils gleicher Kurs!).

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Fr8: Geoökologisch-bodenkundliches Geländepraktikum

Fünf Leitfragen erschließen das Thema "Boden" im Erdkunde-Unterricht:

  1. Wie schauen der Boden und die zugehörige Lebensgemeinschaft (= das Ökosystem) aus?
  2. Wie sind Boden und Ökosystem entstanden?
  3. Was liefert der Boden den Pflanzen und der übrigen Lebensgemeinschaft?
  4. Wodurch werden Boden und Lebensgemeinschaft belastet und bedroht?
  5. Wie sollte man den Standort nutzen?

Wie man diese Leitfragen mit Hilfe von Felduntersuchungen beantworten kann, soll beispielhaft an einem Transsekt durch ein Bachtälchen der Grundmoränenlandschaft gezeigt werden. Vegetations- und Bodenaufnahmen mit einfachen schulrelevanten Methoden werden demonstriert und – gestützt auf eine ausführliche Anleitung - von den Teilnehmern auch selbst durchgeführt. Auf praktischer Geländearbeit liegt der Schwerpunkt. Abschließend werden die Leitfragen 2-5 zur Genese und Ökologie angesprochen. Einfache quantitative Standortbewertungen im Hinblick auf Wasser- und Nährstoffversorgung, Erosionsgefährdung, Schwermetallaustrag usw. lassen sich aus der Geländeaufnahme ableiten.

Besondere Hinweise: Das Praktikum findet statt auf dem Gelände der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege, Laufen (ANL), Bustransfer ca. 30 km. Empfohlene zusätzliche Ausrüstung: Regenschutz, Taschenmesser, Handtuch (das schmutzig werden darf), Gummistiefel, evtl. Geologen- oder Maurerhammer.

Leitung: Dr. Reinhard Bochter, Rottmayr-Gymnasium Laufen; Dr. Christoph Manhart, ANL Laufen

Zeit: Freitag, 13.00 Uhr bis ca. 17.30 Uhr

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Fr9: Geologische Einsichten für Jedermann / Praktische Geländearbeit

Der Weg von der Mittelstation der Hochfelln-Bahn zur Talstation führt durch die vielgestaltigen und durch die Gebirgsbildung steilgestellten Schichten der Allgäu-Decke, also der nördlichsten Einheit der Nördlichen Kalkalpen. Während der Wanderung talwärts werden die dort vorkommenden Gesteine vorgestellt, ihre Eigenheiten erläutert und die Methoden vorgestellt, mit denen man einfache Gesteinsuntersuchungen durchführen kann. So erfährt man vieles über die Entstehung der Ablagerungen. Die Verknüpfung aller Informationen erlaubt im Gelände Einblicke in Zusammenhänge von Geologie und Geomorphologie. An aussagekräftigen Gesteinen wird die Herstellung von Handstücken für Demonstrationszwecke vorgeführt. Es besteht also die Möglichkeit, sich eine kleine stratigraphische Gesteinssammlung für den Unterricht zusammenzustellen. Eine Vorführung, wie man mit geringem Aufwand schon im Gelände kleine Anschliffe an Gesteinen anbringt, versetzt die Teilnehmer in die Lage, eigene Sammlungsstücke anzuschleifen. Ein eigener Abschnitt ist dem Umgang mit geologischer Karte und Kompass gewidmet.

Besondere Hinweise: Bustransfer nach Bergen ca. 10 km. Seilbahnauffahrt zur Mittelstation der Hochfelln-Bahn. Empfohlene zusätzliche Ausrüstung: festes Schuhwerk, Regenschutz, Hammer (200g), Lupe, für Gesteinssammler Rucksack und Packpapier (Zeitungen).

Leitung: Dipl. Geologe Dr. Robert Darga, Siegsdorf

Zeit: Freitag, 13.00 Uhr bis ca. 17.30 Uhr

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Sa1: Geoökologische Aspekte des Hochgebirges am Beispiel Lattengebirge bei Bad Reichenhall

Exkursionsverlauf: Bustransfer nach Bad Reichenhall, ca. 25 km; Seilbahnfahrt auf den Predigtstuhl; Fußwanderung über das Lattengebirge/Alpenpark Berchtesgaden: Hochschlegl – Moosensteig - Moosenalm; Abstieg zur Schwarzbachwacht ("Wachterl"); Rückfahrt mit Bus nach Traunstein.

Themen:

  1. Predigtstuhl: Geologie des Talkessels von Bad Reichenhall; Stadtgeographie und Stadtgeschichte von Bad Reichenhall (aus der Vogelperspektive)
  2. Hochschlegl: Geologie und Geomorphologie der Berchtesgadener Alpen; Boden- und Vegetationszonen der Berchtesgadener Alpen; Waldgeschichte der Berchtesgadener Alpen
  3. Hochfläche des Lattengebirges: Geologie, Böden und Vegetation an typischen Standorten der Bergwaldstufe; forstliche Nutzung, Holzbringung im Lattengebirge
  4. Moosenalm: Geologie, Karstformen, Almböden und ihre Vegetation, Almgeschichte, rezente Almnutzung und Wald-Weide-Problematik
  5. Weißwand: Waldraubbau – Wildverbiss – Neuartige Waldschäden; Sanierung des Schutzwaldes im Bereich der Deutschen Alpenstraße, "natürliche" und technische Lawinenverbauung; Karstquelle Schwarzbachloch

Besondere Hinweise: Wanderung teilweise auf ausgesetzten Bergpfaden, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Teilnehmer müssen sich ein zügiges Wandertempo im Gebirge zutrauen (reine Gehzeit ca. 5 Std.). Festes Schuhwerk, Kälte- und Regenschutz unbedingt nötig, Wanderstöcke empfohlen; Rucksackverpflegung!

Leitung: FOR Josef Berthold, Staatliches Forstamt Berchtesgaden; Dr. Reinhard Bochter, Rottmayr-Gymnasium Laufen; Dipl. Geologe Dr. Stefan Kellerbauer, Marktschellenberg

Zeit: Samstag, 8.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr

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Sa2: Erfassung fossiler Ökosysteme als Hilfsmittel der Paläogeographie

In der Umgebung von Siegsdorf gibt es eine ganze Reihe mariner Fossillagerstätten, von denen die von Bad Adelholzen und Kressenberg besonders interessant sind. Sie sind nämlich beide 40-50 Millionen Jahre alt und weisen trotz ihrer Zugehörigkeit zu ein und derselben geologischen Einheit eine gänzlich unterschiedliche Schichtfolge auf. Diese Unterschiede sind auf wechselnde Ablagerungsbedingungen zurückzuführen, die sich im Stoffbestand der Gesteine und in deren Fossilinhalt wiederspiegeln. Durch die Auswertung und durch das Zusammenspiel von Gesteinsbeschreibung (Petrographie) und Fossilienbeobachtung (Paläontologie) sind für beide Lagerstätten Aussagen zur damaligen Geographie (Paläogeographie) möglich. Die Rekonstruktion beider Ablagerungsräume wird im Naturkundemuseum Siegsdorf besichtigt. Die Teilnehmer der Exkursion sollen durch eigene Beobachtungen an Einzelaufschlüssen und im zusammenhängenden Profil die Veränderungen in der Gesteinsausbildung erkennen und versuchen, die Gründe dafür plausibel zu erklären.

Besondere Hinweise: Bustransfer ca. 15 km. Empfohlene Ausrüstung: festes Schuhwerk, Regenschutz, Hammer (200g), Lupe, für Gesteinssammler Rucksack und Packpapier; Rucksackverpflegung!

Leitung: Dipl. Geologe Dr. Robert Darga, Siegsdorf

Zeit: Samstag, 8.00 Uhr bis ca. 17.00 Uhr

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Sa3: Exkursion im Salzachbecken

Das Salzachbecken stellt eine der klassischen Grundmoränenlandschaften des nördlichen Alpenvorlandes dar. Seine klare Gliederung, übersichtliche Ausdehnung und reichhaltige naturräumliche wie kulturlandschaftliche Ausstattung macht es in vielerlei Hinsicht attraktiv. Ausgeprägte und artenreiche Auenwälder begleiten die Salzach, Flussterrassen und Grundmoränenkuppen tragen charakteristische Dörfer, die Übertiefungen der vormaligen Gletscherrinnen sind mit Nieder-, Hochmooren und Seen gefüllt. Die Wald-Feldverteilung ist ausgewogen, die ackerbauliche und grünlandwirtschaftliche Nutzung der sanft gewellten Grundmoränenfläche aufgrund der Klimagunst ausgeprägt. Das Entwicklungspotential des Salzachbeckens ist infolge seiner naturräumlichen wie sozio-ökonomischen Gegebenheiten außerordentlich günstig. Eine gewisse Retardierung im Zusammenhang mit der historisch bedingten Randlage, erweist sich heute als Vorteil. Die Letzten von gestern haben die Chance die Ersten von morgen zu werden, wenn es gelingt, die Ressourcen in Wert zu setzen, ohne sie zu entwerten. So bringt der Struktur- und Nutzungswandel gleichermaßen Chancen und Gefahren, was Anlass sein sollte, sich auf breiter Ebene, z.B. im Zuge von Agenda-21-Prozessen an der Zukunftsgestaltung zu beteiligen. Im Sinne der Aktualisierung der Geographie auch als Lehre der Lebensraumgestaltung bietet diese Landschaft hervorragende Anschauungs- und Lehrmöglichkeiten.

Die Exkursion (Bus- und Fußwanderung) wird einerseits die Entstehung, andererseits die Nutzung, Gefährdung und Weiterentwicklung dieses Landschaftspotentials, - in Sonderheit jenes der Moore zwischen Traunstein und Laufen – zum Inhalt haben.

Thematische Schwerpunkte: Landschaftsentstehung, potentiell natürliche Vegetation, Nutzungsgeschichte, kulturlandschaftliche Besonderheiten, Gefährdung und Nutzungskonflikte, Naturschutz und Landschaftspflege, Entwicklungsperspektiven, Strategien zur nachhaltigen Nutzung.

Leitung: Dr. Josef Heringer, Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL), Laufen

Zeit: Samstag, 8.00 Uhr bis ca. 17.00 Uhr

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Sa4: Salzspuren

Vom Ursprung des bayerischen Salinenwesens, den natürlichen Solequellen Reichenhalls ausgehend folgt die Exkursion zunächst dem Verlauf der Soleleitung nach Traunstein. Geplant ist auch, die Sudwälder der Saline Traunstein thematisch in die Exkursion miteinzubeziehen. Inhaltliche Schwerpunkte sind die historische Siedesalzgewinnung in technischer Hinsicht sowie in ihrer wirtschaftlichen und politischen Bedeutung. Besonderes Augenmerk wird dabei auch auf das Problem der Holzversorgung der Salinen und damit zusammenhängende umweltgeschichtliche Fragestellungen gelegt. Wichtige Stationen der Exkursion sind die Alte Saline Reichenhall mit dem unterirdischen Quellenbau und dem angegliederten Museum, eine Wanderung entlang der Soleleitung sowie eine Wanderung zu einer Triftklause.

Leitung: Dr. Alfred Kotter, Chiemgau-Gymnasium Traunstein

Zeit: Samstag, 8.00 Uhr bis ca. 16.00 Uhr

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Sa5: Glazialmorphologie des Inn-Chiemsee-Gletschers

Die Exkursion verlässt Traunstein in westlicher Richtung. Zwischen dem Stadtrand von Traunstein und der Höhenstufe über Erlstätt werden die würmeiszeitlichen Endmoränenwälle des Kirchseeoner und des Ebersberger Stadiums gequert. Nach kurzer Fahrt ist die Erlstätter Umfließungsrinne erreicht. Sie wurde schon 1924 von C. Troll als klassisches Paradebeispiel einer peripheren Schmelzwasserrinne untersucht.

Das Erlstätter Tal trennt die höheren Endmoränenwälle des Kirchseeoner und Ebersberger Stadiums von den wenig ausgeprägten Wällen des Ölkofener Stadiums westlich von Erlstätt. Ein kleiner Abstecher führt in die große Kiesgrube bei Erlstätt. Im Anschluss daran soll das große Toteisloch des Tüttensees bei Grabenstätt besucht werden.

Die Weiterfahrt von Grabenstätt nach Chieming kreuzt die drumlinartige Grundmoränenlandschaft am SO-Ufer des Chiemsees. Von Chieming geht die Fahrt weiter nach Breitbrunn. Von dort bietet sich ein großartiger Blick auf den Chiemsee, das Stammbecken des Chiemsee-Gletschers. Auf der Rückfahrt durch das Alztal bis Altenmarkt und von dort nach Traunstein werden Typlokalitäten des mittelpleistozänen Nagelfluhs besichtigt.

Leitung: Dr. Helmut Witt

Zeit: Samstag, 8.00 Uhr bis ca. 17.00 Uhr

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Sa6: Karstformen am Untersberg

Exkursionsverlauf: Bustransfer nach Grödig, ca. 30 km; Auffahrt mit der Seilbahn zur Bergstation der Untersbergbahn; Wanderung zur Schellenberger Eishöhle (ca. 1,5h); Führung in der Eishöhle ca. 3/4h; Abstieg zur Toni-Lenz-Hütte 10 Min.; Abstieg ins Tal 2-2,5h; Rückfahrt nach Traunstein.

Der Untersberg ist ein langgestreckter in NO-SW-Richtung verlaufender Gebirgsstock zwischen Salzburg und Berchtesgaden. Die pultartig gekippten Schichten aus Ramsaudolomit, Dachsteinkalk und Liaskalk fallen nach NNW mit ca. 60° hin ab. Nach O und S ragen Steilwände auf. Auf der geneigten Hochfläche ist ein reicher Karstformenschatz vertreten, der von Großformen wie Dolinen bis zu verschiedensten Karrenformen reicht. Zum großen Teil wird der Untersberg unterirdisch entwässert. Die Hauptentwässerungsrichtung verläuft entlang der Schichten Richtung Fürstenbrunn auf der NW-Seite. Die dortige Quelle dient der Salzburger Trinkwasserversorgung. Der höchste Punkt wird mit dem Salzburger Hochthron (1853m) erreicht. Hier bietet sich ein guter Überblick auf die ausgedehnte Hochfläche und – gute Sichtverhältnisse vorausgesetzt – eine schöne Rundumsicht unter anderem auf die Gebirgsstöcke der Berchtesgadener Alpen.

Der Untersberg gilt als einer der höhlenreichsten Bergstöcke der Berchtesgadener Alpen. Mehr als 100 Höhlen wurden bereits erforscht. Seit 1925 ist die Schellenberger Eishöhle für die Allgemeinheit zugänglich. Der Thomas-Eder-Steig führt von der Einkerbung der Mittagsscharte aus durch die SO-Wand zu ihrem Eingang. Im Unterschied zur dynamischen Eishöhle der Werfener Eisriesenwelt (Bundesland Salzburg) liegt hier eine statische Eishöhle vor. Winterliche Kaltluft versackt in der Höhle und bleibt auch im Sommer aufgrund des höher gelegenen Eingangs erhalten.

Nach der Höhlenführung lädt die etwas unterhalb gelegene, bewirtschaftete Toni-Lenz-Hütte zur Rast ein. Der Abstieg führt entlang der nacheiszeitlich in den Ramsaudolomit eingeschnittenen Täler des Loch- und Bachgrabens nach Marktschellenberg.

Besondere Hinweise: Aufstieg ca. 80hm, Abstieg ca. 1400hm; Trittsicherheit und entsprechende Kondition sind erforderlich. Zur Ausrüstung gehören neben Bergschuhen auch Regenjacke und warme Kleidung für die Eishöhle. Bergstöcke erleichtern den nicht zu unterschätzenden langen Abstieg. Ausweis für Grenzübertritt nötig!

Leitung: Karl Hoffmann, Rottmayr-Gymnasium Laufen

Zeit: Samstag, 8.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr

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Sa7: Salzburg

Vormittag: Die Salzburger Altstadt

Spaziergang durch die Altstadt mit besonderer Beachtung der historischen, gesetzlichen und topographischen Rahmenbedingungen der City. Von besonderer Bedeutung sind für die Erkundung das Raumordnungsgesetz (ROG 92), das Altstadterhaltungsgesetz, das Denkmalschutzgesetz und die Landschafts- und Naturschutzgesetze. Die strukturell wirksamen Grenzen des Geschäftszentrums und seiner Ausdehnungsmöglichkeiten durch die naturräumlichen Gegebenheiten und topographische Lagerelationen werden an Hand von Beispielen erläutert und die City und ihre räumlichen Teilbereiche in ihrer Dynamik gezeigt.

Nachmittag: Airport Center

Das Airport Center ist ein klassisches Beispiel für ein randstädtisches Einkaufszentrum und ein Lehrbuchbeispiel für eine Entwicklung jenseits aller planerischen Wünschbarkeit. Es entstand ohne Baugenehmigung und hatte lange Zeit auch keine Betriebsgenehmigung. Entstehen konnte diese Megastruktur des Einzelhandels auf der Grundlage einer sehr findigen Auslegung der nicht eindeutig formulierten gesetzlichen Grundlagen. Das damals gültige Gesetz setzte die Verkaufsfläche mit der Gesamtfläche des Gebäudes in Beziehung. Es musste also nur ein Gebäude mit sehr hoher Gesamtnutzfläche errichtet werden und schon war das Airport Center offiziell kein Einkaufszentrum mehr, obwohl es vom empirischen Befund alle Merkmale eines Einkaufszentrums aufweist. Die Verkaufsfläche der bereits bestehenden Megastruktur wird demnächst verdoppelt. In unmittelbarer Nachbarschaft des Einkaufszentrums – das bereits eine große Ausstrahlung Richtung Bayern besitzt – haben sich ein Elektroriese, Toys "R" Us, Mc Donalds und ein Multiplex Kino angesiedelt.

Besondere Hinweise: Bustransfer nach Salzburg ca. 25 km; Ausweis für Grenzübertritt!

Leitung: Prof. Mag. Dr. Wolfgang Meier, Geographisches Institut der Universität Salzburg

Zeit: Samstag, 8.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr

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Sa8: Zielkonflikte im Nationalpark Berchtesgaden

Route: Busfahrt Traunstein - Inzell – Berchtesgaden (Jenner – Talstation), Seilbahnfahrt auf den Jenner (1802m ü. M.), Wanderung über Königsbergalm, Priesbergalm und unteren Hirschenlauf nach Kessel (603m ü. M.), Schiffsrückfahrt über den Königsee, Busfahrt nach Traunstein

Noch heute wird dem Anspruch eines Nationalparkes "die Natur sich selbst zu überlassen" ein gerütteltes Maß an Skepsis entgegengebracht. Das Leben und Wirtschaften der Berchtesgadener Bevölkerung und einen größtmöglichen Naturschutz gilt es in Einklang zu bringen.

Bald nach der Besiedelung des Talkessels im 12. Jahrhundert begannen auch die anthropogenen Veränderungen im heutigen Nationalparkgebiet (Land- insbes. Almwirtschaft, Fischerei, Holzeinschlag, Jagd, Enzianbrennerei). Das alte Weiderecht (bes. Waldweide) stört sicherlich die Entfaltung der Natur, aber die Kulturlandschaft Almweide würde ohne Nutzung verschwinden. In Berchtesgaden ergeben Sommer- und Wintertourismus erhebliche Belastungen für die Region; der Brennpunkt schlechthin ist der Jenner. Dem Nationalpark ist als Ziel vorgegeben, das Gebiet für "Bildung und Erholung zu erschließen, soweit es der Schutzzweck erlaubt." Wie gelingt es, mit den Begleiterscheinungen des (Massen-)Tourismus fertig zu werden?
Soll im Nationalpark die Natur, wo möglich, sich selbst regenerieren oder soll der Wechsel zum naturnahen Bestand gefördert werden (Pflegezone)? Wie schützt man naturnahe Bestände (Kernzone) am besten? In einem Spannungsfeld gilt es den Nationalpark zu schützen und zu entwickeln, was u.a. durch eine neue Planung gerade passiert.
Diverse Probleme, Nutzungskonflikte sowie Ziele und Aufgaben der Nationalparkverwaltung sollen bei einer Wanderung aufgezeigt und diskutiert werden.

Besondere Hinweise: Busfahrt ca. 40km. Trittsicherheit und gute Kondition erforderlich! Der Tagesproviant ist mitzunehmen. Programmänderung bei sehr schlechtem Wetter! Zusätzliche Lift- und Schiffskosten: ca. 25,- DM

Leitung: Dipl. Ing. Josef Seidenschwarz, Stellvertr. Leiter der Nationalparkverwaltung Berchtesgaden und
Gerd J. Motschmann, Annette – Kolb – Gymnasium Traunstein
Zeit: Samstag, 7.15(!) Uhr bis ca. 19.00 Uhr

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So1: Betriebserkundung Firma Brückner Maschinenbau GmbH

Vorstellung der Firma mit den relevanten Eckdaten (dazu: Firmenstrategie, Stellung auf dem Weltmarkt, Verteilung der Kunden, Entwicklung der Märkte in den verschiedenen Regionen der Welt). Erläuterungen zur Produktpalette, insbesondere zum neu entwickelten Anlagentyp LISIM anhand eines Videofilms.

Besichtigung des im Jahre 1998 eröffneten Technologiezentrums und der darin befindlichen Forschungseinrichtungen, u.a.: Recklabor (Laborstreckrahmen zum diskontinuierlichen Strecken relativ kleiner Folienmuster), Chemielabor (Analyse der Polymer-Rohstoffe, Analysen bzgl. Umweltauflagen, Bearbeitung Schmiermittelfragen etc.), Extrusionslabor, Pilotanlagen, Folienschneidmaschine, Folienlabor (Analyse der physikalischen Folieneigenschaften), Lebensdauerprüfstände, Prüfstand zur Anwendung nicht-linearer Wellen für verfahrenstechnische Prozesse.

Besondere Hinweise: Bustransfer nach Siegsdorf ca. 10 km.

Leitung: N.N. Fa. Brückner, Siegsdorf

Zeit: Sonntag, 8.30 Uhr bis ca. 12.00 Uhr

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So2: Glockenschmiede Ruhpolding

Die in der Mitte des 17. Jahrhunderts entstandene Glockenschmiede gehört zu den wenigen noch bestehenden Hammerschieden im Bayern. Heute ist sie ein bedeutendes Kulturdenkmal und ein unvergänglicher Zeuge einer vergangenen Handwerkstradition. Dank großzügiger finanzieller Unterstützung öffentlicher Stellen konnte sie vor dem Verfall bewahrt werden und am ursprünglichen Ort erhalten bleiben. Vor zwei Jahren, zur 350-Jahr-Feier, wurde eine didaktische Dauerausstellung über Geschichte und Technik installiert. Ein Originalfilm aus dem Jahr 1955 zeigt das harte Arbeitsleben und die Fertigung von Kuhglocken, als die Schmiede noch in Betrieb war.

Im letzten Jahrhundert stand das Schmiedehandwerk in hohem Ansehen. Im Jahre 1826 zählte man um Ruhpolding noch 13 Schmieden. Die Glockenschmiede war eine davon und hatte als Hammerschmiede eine große Wasserkraft am Haus. Sie ist diejenige, die am längsten, bis 1958, in Betrieb war. Die Schmiede liegt am Ende eines Seitentals des Brandertales am Thoraubach. Durch einen Seitengraben wird das Wasser abgezweigt und in einem großen Hochgerinne aufgestaut. Ein oberschlächtiges Wasserrad betreibt mittels einer eisernen Welle die drei schweren Fallhämmer, ein kleineres Wasserrad diente als Antrieb für den Blasebalg. An drei Essen und in der Schleiferei arbeiteten hier früher bis zu elf Schmiede. Interessant sind die ca. 100 verschiedenen handgeschmiedeten Feuerzangen, die neben vielen anderen Schmiedewerkzeugen von Metall-Restauratoren des Landesamtes für Denkmalpflege konserviert worden sind.

Besondere Hinweise: Bustransfer nach Ruhpolding, ca. 20 km.

Leitung: Tyrena Ullrich, Ruhpolding

Zeit: Sonntag, 8.30 Uhr bis ca. 13.00 Uhr

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So3: Stadtführung in Traunstein

Die Stadtführung beginnt im historischen und wirtschaftlichen Zentrum der Sadt, dem Stadtplatz, führt dann in den Bereich der ehemaligen Saline und über ein um die Jahrhundertwende entstandenes Villenviertel zurück zum Stadtplatz.

Inhaltliche Schwerpunkte sind drei wichtige Entwicklungsphasen der Stadt, der (spät)mittelalterliche Handelsplatz und herzogliche Verwaltungssitz, die churfürstliche Salinenstadt der frühen Neuzeit und die ambitionierte Kurstadt des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Neben Fragen der historischen Stadtentwicklung werden auch Probleme des Denkmalschutzes thematisiert.

Stationen des Rundgangs sind der Stadtplatz mit der Stadtpfarrkirche St. Oswald und wichtigen öffentlichen Gebäuden, die ehemalige kurfürstliche Hofmark Au mit dem noch bestehenden Salinenensemble sowie das dem historischen Stadtkern vorgelagerte Villenviertel der Gründerzeit und des Jugendstils. Den Abschluss bildet ein Besuch des Heimatmuseums, in dem anhand eines detailgetreuen Stadtmodells die Exkursion nochmals rekapituliert werden kann.

Leitung: Dr. Alfred Kotter, Chiemgau-Gymnasium Traunstein

Zeit: Sonntag, 8.30 Uhr bis ca. 12.30 Uhr

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So4: Geologisch-botanischer Lehrpfad am Hochfelln-Gipfel

Auf dem Hochfelln-Gipfel wurde 1996 ein geologisch-botanischer Lehrpfad mit 22 Tafeln angelegt. Ziel war, den Besuchern das "Phänomen Berg" anhand der tatsächlich vor Ort vorhandenen Geologie nahezubringen. Naturgemäß handelt es sich bei dieser Geologie um alltägliche Erscheinungen wie Schichtung, Schichtneigung, Klüfte, Karst etc.. So leicht wie diese Phänomene vom Bergwanderer übersehen werden, so wichtig sind sie in ihrer Gesamtheit um die Entstehung des Hochfelln (und damit auch der weiteren Umgebung) zu verstehen. An Standorten, an denen man die entsprechenden Phänomene in der Natur sehen kann, werden sie auf einer Tafel mit knappem Text und meist mit einer Abbildung erklärt. Eingestreut zwischen die ortsgebundenen geologischen Phänomene werden die übergeordneten Wissensgrundlagen von Erdaufbau, Kontinentaldrift bis zur Altersbestimmung vermittelt. Auf 17 Tafeln kann sich so der interessierte Bergwanderer ein Bild von der Entstehung des Hochfellns machen.

Besondere Hinweise: Bustransfer nach Bergen ca. 10 km; Auffahrt mit der Hochfelln-Seilbahn. Ausrüstung: festes Schuhwerk, Regen- und Kälteschutz.

Leitung: Dipl. Geologe Dr. R. Darga, Siegsdorf

Zeit: Sonntag, 8.30 Uhr bis ca. 12.30 Uhr

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So5: Formenschatz der Salzach-Saalach-Vorlandvergletscherung

Anders als die benachbarten Alpenvorlandgletscher (Inngletscher, Chiemseegletscher u.a.) hat die Vorlandvereisung im Salzach-Saalach-Bereich kein einheitliches großes Zungenbecken hinterlassen, sondern – bedingt durch mehrere Eisteiler – eine Anzahl von Teilbecken, die sich radial vom Salzburger Stammbecken ins bayerische und österreichische Vorland ziehen.

Auf bayerischer Seite zählen wir drei Teilbecken: das Tittmoninger, Waginger und Teisendorfer Becken. Alle drei enthielten im Spätglazial umfangreiche Seen, von denen allein der Waginger-Tachinger See geblieben ist. Diese drei Teilbecken stehen im Mittelpunkt der Exkursion. Um sie herum und zwischen ihnen finden wir nahezu alle bekannten Innensaumformen der Eisrandlage sowie die Eisrandlage selbst: Endmoränen, Trompetentälchen, Endmoränenseen, eisrandparallele Abflussrinnen, Terrassenlandschaften, Toteislöcher, Grundmoränen, Grundmoränenseen, Drumlins, erratische Blöcke, Niedermoore, Hochmoore u.a.m..

Die Exkursion führt in Form einer Rundfahrt von Traunstein aus zunächst zum Waginger See, dann über mehrere Abstecher in den Endmoränenbereich nach Tittmoning, weiter durch das Salzachtal nach Laufen, wo wir das Becken in Richtung Grundmoränenlandschaften südlich des Waginger Sees verlassen, um schließlich über das kleine Teisendorfer Becken wieder nach Traunstein zu gelangen.

Besondere Hinweise: Busrundfahrt mit kürzeren Wanderungen auf befestigten Wegen, geeignetes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung empfohlen.

Leitung: Willibald Fritz, Waging

Zeit: Sonntag, 8.30 Uhr bis ca. 13.00 Uhr

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So6: Das Südostbayerische Naturkunde- und Mammutmuseum, Siegsdorf

Eines der über 800 nichtstaatlichen Museen Bayerns? Ja – aber ein ganz besonderes! Ein Spezialmuseum für Geologie, Paläontologie, Glazialmorphologie und Quartärgeologie, das sich bewusst auf die Heimatregion beschränkt und nicht in die Versuchung geriet, ein Raritätenkabinett des magazinären Allerleis zu werden. Die Gründer und die wissenschaftlichen Mitarbeiter verfolgten von Anfang an die Konzeption, vor allem das Verständnis für die Entstehung der südostbayerischen Landschaft zu wecken, nicht nur durch wissenschaftliche Dokumentation, sondern auch durch gelungene Präsentation in einem modernen Museumsbau.

Die Geologie der Nördlichen Kalkalpen steht natürlich im Vordergrund. Zunächst werden allgemeine Grundlagen der Plattentektonik und der Gebirgsbildung vermittelt. Dann werden die speziellen Prozesse der Alpenentstehung, in Profilserien verräumlicht, dargestellt. Ein wichtiger Teil des Museums ist den Bodenschätzen SO-Bayerns gewidmet.

Das Siegsdorfer Museum verdankt seine Entstehung einem Mammutfund. Er gab nicht nur den Anstoß für eine umfangreiche Darstellung der Eiszeit in Südostbayern, sondern war auch der Kristallisationskeim für die reichhaltige paläontologische Sammlung. Die Fossilien der südostbayerischen Erdgeschichte und ihre Lebensräume werden in umfangreichen Exponatreihen dargestellt und in Dioramen zum Leben erweckt. Das Museum hat seinen publikumswirksamen Kernbereich im Mammutraum. Hier und am großen Reliefmodell des eiszeitlichen Chiemgaus endet die Zeitreise durch die geologische Vergangenheit.

Besondere Hinweise: Bustransfer nach Siegsdorf ca. 10 km.

Leitung: Dr. Helmut Witt, Traunstein

Zeit: Sonntag, 8.30 Uhr bis ca. 12.00Uhr

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So7: Holzknechtmuseum Ruhpolding-Laubau

Vor den Chiemgauer Bergen Sonntagshorn und Reifelberg liegt an der B305 zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl ein Museum besonderer Art: das Holzknechtmuseum Ruhpolding-Laubau. 1988 eröffnet, zeigt es im Museumsgebäude mit mehreren Originalstuben und in einigen Stadeln die Arbeitswelt der Forstarbeiter, der "Holzknechte", früher und heutzutage. Ebenerdig wird die Fällung des Holzes demonstriert: Lebensgroße Inszenierungen, Geräte, Urkunden und Fotos geben einen Überblick über die schwere Arbeit der Holzfällung von der "Vor-Säge-Zeit" bis ins Zeitalter der Motorsäge. Der Saal im ersten Stock ist dem Holztransport, der "Holzbringung" gewidmet: Auch hier wieder lebensgroße Inszenierungen, Geräte, Filme und Fotos zur Veranschaulichung des Transports der Scheite und Prügel. Ergänzt werden die Exponate durch die Gebäude im Freigelände: Gezeigt wird, wie die Holzknechte einst die Woche über im Wald arbeiteten und hausten, wie sie das gefällte Holz herabbrachten von den Bergen und nach Traunstein trifteten. Ein Wasserrad erinnert an die Soleleitung von Bad Reichenhall zur Saline Traunstein, deren Holzbedarf von den Ruhpoldinger Holzknechten gedeckt wurde.

Besondere Hinweise: Bustransfer nach Ruhpolding-Laubau ca. 25 km.

Leitung: Alois Schuster, Ruhpolding

Zeit: Sonntag, 8.30 Uhr bis ca. 12.30 Uhr

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So8: Wolfram Industrie Traunstein

Die Wolfram Industrie ist ein führendes Unternehmen in der Herstellung und Verarbeitung von Wolfram und Molybdän. Wolfram ist ein sehr hochwertiges Edelmetall, das erst bei einer Temperatur von 3390°C zu schmelzen beginnt. In einem Sintervorgang wird Wolfram-Pulver zu Metall und anschließend in aufwendigen Verfahren zu Schweißelektroden, Kontaktplättchen, Draht, Stiften, Trägermaterial zur Oberflächenveredelung, Platten und Konstruktionsteilen verarbeitet. In weltweiten Geschäftsverbindungen werden die Kunden nicht nur individuell und termingerecht beliefert, sie erhalten von der Wolfram Industrie auch gezielte Unterstützung und Lösungsvorschläge für ihre technischen Probleme. Erfahrene und qualifizierte Mitarbeiter in Fertigung und Verwaltung, ein modernes Vertriebsmanagement sowie diverse Produktionsstandorte sind Garant für hochwertige, zukunftssichere Produkte.

Leitung: Marion von Cetto, Wolfram Industrie Traunstein

Zeit: Sonntag, 8.30 Uhr bis ca. 12.00 Uhr

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Saturday, 12. February 2000