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StuttgartSPD fordert Reform der Fächerverbünde

Die SPD hat Fehler bei den Fächerverbünden an Schulen kritisiert. Kultusminister Helmut Rau (CDU) müsse die Fächer nach fünfjähriger Praxiserfahrung zum Teil neu ordnen, sonst gefährde er die Bildungschancen von Schülerinnen und Schülern.

Bei manchen Verbünden sei einfach "zusammengepappt", was eigentlich nicht zusammengehört, kritisierte SPD-Bildungsexperte Norbert Zeller. Als Beispiel nannte er den Verbund Musik-Sport-Gestalten an den Hauptschulen. Diese drei Fächer sollten in Zukunft wieder eigenständig unterrichtet werden, forderte Zeller. Äußerst fragwürdig empfindet er auch den Verbund Gemeinschaftskunde, Erdkunde und Wirtschaftskunde an Realschulen. In der Landesverfassung sei Gemeinschaftskunde als ordentliches Lehrfach festgeschrieben. Gerade angesichts des zunehmenden Rechtsextremismus müsse das Fach wieder eigenständig unterrichtet werden.

Gesamtnote in Fächerverbünden

Problematisch sei es, dass Schülerinnen und Schüler für ihre Leistungen in kompletten Fächerverbünden eine Gesamtnote bekämen. So würden ihre Stärken und Schwächen in bestimmten Kompetenzfeldern verschleiert.

Zudem verhinderten die vor fünf Jahren eingeführten Verbünde die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen. Beispielsweise könnten Realschüler in den Naturwissenschaften nicht auf die Anforderungen der gymnasialen Oberstufe vorbereitet werden. In den Verbünden werde zu wenig konkretes Fachwissen vermittelt.

Lehrerausbildung anpassen

Auch die Ausbildung der Lehrer müsse angepasst werden, forderte Zeller weiter. Die übergreifenden Inhalte würden zu wenig vermittelt. Derzeit studieren die Lehramtskandidaten an den Universitäten die Verbundfächer noch separat. Außerdem kritisierte Zeller, dass mit den Verbünden der Fachlehrermangel im Land verschleiert werde. Dennoch beurteile die SPD die Fächerverbünde im Grundsatz positiv: "Die Grundidee, vernetzt und in Projekten zu arbeiten, ist richtig."

Landeselternbeirat unterstützt SPD

Der Landeselternbeirat und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) unterstützen die SPD-Forderungen. "Wir haben die Rückmeldung vieler Eltern und Lehrer, dass man mit den Verbünden nicht klar kommt", sagte die Vorsitzende des Landeselternbeirats, Christiane Staab.

Kultusministerium weist Kritik zurück

Das Kultusministerium unter Helmut Rau (CDU) wies die Kritik zurück: "Moderne Pädagogik sortiert Wissen und Kompetenzen nicht in Schubladen, sondern setzt auf ganzheitliches Lernen", sagte ein Sprecher Raus. Die Kritiker legten zu viel Wert auf enzyklopädisches Schulbuchwissen und übersähen die Verknüpfungen mit anderen Fächern.

In den Schulen im Land gibt es neun Fächerverbünde:

  • In der Grundschule werden "Bewegung, Spiel und Sport" zusammen unterrichtet, weiterhin wird der Fächerverbund "MeNuK-Mensch, Natur und Kultur" angeboten.
  • In den Hauptschulen werden die meisten Fächer zusammengefasst: Den naturwissenschaftlichen Bereich deckt der Verbund "Materie-Natur-Technik" ab. Die sozialen Fächer übernimmt "Wirtschaft-Arbeit-Gesundheit". Neben "Welt-Zeit-Gesellschaft" wird noch "Musik-Sport-Gestalten" als Fächerverbund unterrichtet.
  • In der Realschule belegen die Schüler die Fächerverbünde "Erdkunde, Wirtschaftskunde, Gemeinschaftskunde" und "Naturwissenschaftliches Arbeiten".
  • An Gymnasien hingegen gibt es nur einen Fächerverbund: "Geografie-Wirtschaft-Gemeinschaftskunde".
  • In Förderschulen sehen die Fächerverbünde ähnlich aus wie in den Hauptschulen.

Letzte Änderung am: 28.08.2009, 17.51 Uhr



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