Aktuelles
Zur Sekundarstufe I
| Der Senator für Bildung und Wissenschaft plant, den Geographieunterricht
in der Sekundarstufe I um 1 Stunde zu kürzen. Nachdem die
Anteile des Fachs Geographie schon vor längerer Zeit in den Klassen 5 und 6 der
Orientierungsstufe und in der Haupt- und Gesamtschule auf einige in
"Welt/Umwelt" integrierte Unterrichtseinheiten zurückgeschraubt wurden und die
Klasse 9 in der Realschule und im Gymnasium ohne Geographie auskommen musste, wird jetzt
geplant, den bisherigen Anteil in den Klassen 7 bis 10 von 6 auf 5 Stunden zu reduzieren.
Auch die Verteilung (Klasse 7 mit 2, Klasse 8 mit 2 und Klasse 10 mit 2 Stunden) soll
verändert werden: 2 Std. in Klasse 7 zur Grundlegung, 1 Std. jeweils in Klasse 8 - 10.
Begründet wurde die Kürzung mit den Zwängen, die sich aus der Pisa-Studie ergeben,
nämlich mit der Intensivierung des Sprachunterrichts und der Einrichtung von
Ganztagsschulen mit Bereitstellung entsprechender Lehrerstunden. Außerdem wurde auf die
politische Absicht verwiesen, den Unterricht im Fach Wirtschaft auszubauen. Gegen diese Planungen hat der LV Bremen in einem ausführlichen Schreiben (18.06.02) an den Senator für Bildung und Wissenschaft, an den Zentralelternbeirat und an die Handelskammer Bremen Stellung bezogen.Außerdem haben wir die Kolleginnen und Kollegen der Universität Bremen (Fachbereiche Geographie und Geowissenschaften) angeschrieben und unseren Dachverband, die Deutsche Gesellschaft für Geographie, um Unterstützung gebeten. Die DGfG hat dankenswerterweise nicht nur beim SfBuW in Bremen protestiert, sondern auch bundesweit die Geographen an den Universitäten aufgefordert, auf die Pläne in unserem Sinne zu reagieren. So erreichten die Schulbehörde, aber auch die Bildungspolitiker der Bremer Koalition (SPD/CDU) zahlreiche lebhafte und kritische Reaktionen auf die Stundentafelrevision. Außer Geographie sind noch andere Fächer, z.B. auch die musischen, betroffen. In dieser Situation haben sich die Vorsitzenden der Fachverbände zu einer ständigen Konferenz zusammengeschlossen, die Eltern- und Öffentlichkeitsarbeit betreiben will. Es geht vor allem auch darum, vor weiteren, unbefriedigenden Strukturveränderungen erst einmal zukünftige Bildungsinhalte zu diskutieren. Bevor nicht ein Konsens darüber erzielt wird, wie Schule in Zukunft aussehen und welche Fertigkeiten und Kenntnisse sie vermitteln soll, kann über eine längerfristig funktionierende Struktur nicht entschieden werden. So muss u.a. dringend beraten werden, ob es sinnvoll ist, das Fach Wirtschaft in der allgemeinbildenden Schule auszubauen. Dies ist ein Lernbereich, der in der Berufsausbildung genügend Platz einnimmt. Eine Gesellschaft, in der ökonomisches Denken und Handeln Priorität einnimmt, verarmt im Geistigen und Kulturellen. Die Forderungen der Wirtschaftsverbände nach mehr Wirtschaftsunterricht legen den Verdacht nahe, dass man auch aus Kostengründen Teile der Berufsausbildung in die allgemeinbildende Schule vorverlegen will. Seit 30 Jahren werden in Bremen keine Inhalte diskutiert, sondern man reagiert auf Probleme nur mit strukturellen Veränderungen, die uns wenig weiterführen. In einem Schreiben des SfBuW (22.07.02) an den LV Bremen äußert der Senator persönlich, dass er sich der Bedeutung des Fachs Geographie für die politische Bildung und Umwelterziehung bewusst sei. Die geplanten Kürzungen werden noch einmal begründet und es wird zugesichert, dass alles noch einmal gründlich unter Berücksichtigung unserer Argumente überdacht wird. Der Bremer Wissenschaftssommer im Jahr der Geowissenschaften gibt Gelegenheit, in Leserbriefen auch die Öffentlichkeit auf den Widerspruch zwischen der Forderung nach Intensivierung der Umwelterziehung und der Stundenkürzung in Geographie aufmerksam zu machen. |
Zur gymnasialen Oberstufe
| In einem Schreiben (28.04.02) hat der LV Bremen dem Senator für Bildung
und Wissenschaft die Sorgen der Fachkollegien um die Sicherung des Fachs
Geographie in der gymnasialen Oberstufe vermittelt. In der geplanten
Profiloberstufe besteht die Gefahr, dass das Angebot der Leistungs- und Grundkurse in
Geographie eingeschränkt wird. Eine solche Entwicklung würde bedeuten, dass noch weniger
Schüler/-innen als bisher geographische Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben könnten und
dies in einer Zeit der Globalisierung, weltweiter Vernetzung und zunehmender
Umweltbelastungen. In diesem Zusammenhang wird es allerdings auch an den Fachkollegien liegen, in welchem Umfang sie das Fach in die Profilplanungen ihrer Schulen einbringen. |
Zum Jahr der Geowissenschaften
| Im Jahr der Geowissenschaften publizierte erfreulicherweise die Bremer Presse bisher zahlreiche Einzelbeiträge zu geowissenschaftlichen Themen. Außerdem organisiert der Weser-Kurier für interessierte Leser sogenannte Geo-Touren. Unter Mitarbeit von Geowissenschaftlern ermöglichen sie Einblicke u.a. in die Erdgeschichte sowie in die Meeres- und Polarforschung. Wir erhoffen uns von diesen Berichten und Aktivitäten, dass der Öffentlichkeit die Bedeutung der Geowissenschaften und damit auch des Schulfachs Geographie bewusst wird und bei Schülern und Schülerinnen das Interesse für Geographie wächst. |